ALS OKHOLM LIGHTING EINE KLEINE NEBENROLLE IN EINEM KRIMI ERHIELT
Ein umfassendes Beleuchtungsprojekt an der Duborg-Skolen in Flensburg taucht unerwartet in Anette Hinrichs’ Kriminalroman Mord i grænselandet auf. Es ist nur ein kleines Detail der Handlung – zugleich aber ein eindrucksvolles Beispiel für die außergewöhnlich gründliche Recherche der Autorin.
Der Sommer lädt zur Krimilektüre ein. Nur die wenigsten Leser erwarten jedoch, mitten in einem Roman plötzlich der eigenen Arbeit zu begegnen.

Genau das geschah bei der Lektüre von Anette Hinrichs’ Krimireihe Grænsemordene. Im Mittelpunkt stehen die deutsche Kriminalkommissarin Vibeke Boisen und der dänische Ermittler Rasmus Nyborg, die gemeinsam Verbrechen auf beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenze aufklären.
Das Grenzland ist dabei weit mehr als eine Kulisse. Seine Geschichte, seine Städte, Landschaften und kulturellen Unterschiede sind ein aktiver Teil der Erzählung. Anette Hinrichs besucht die Orte, über die sie schreibt, und spricht mit den Menschen, die dort leben. Die einheimischen Leser sollen ihre Region wiedererkennen – und alle anderen verstehen, was sie so besonders macht. Interview mit Anette Hinrichs bei Gyldendal.
Eine bemerkenswerte Passage auf Seite 89
Im zweiten Band der Reihe, Mord i grænselandet, führt die Ermittlung die beiden Polizeibeamten zur Duborg-Skolen in Flensburg. Sie sitzen im provisorischen Büro des Schulleiters, während die Schule renoviert wird. Mitten in der Beschreibung heißt es:
„Es wurde eine neue Beleuchtungstechnik installiert, die natürliches Tageslicht nachahmte. Der Leuchtenhersteller hatte sogar den Architekten hinzugezogen, der an der Lichtinstallation der Elbphilharmonie beteiligt war.“
Der Leuchtenhersteller ist Okholm Lighting.
Bei der erwähnten Beraterin handelt es sich um die international anerkannte Hamburger Lichtdesignerin Ulrike Brandi. Gemeinsam mit Okholm Lighting entwickelte sie das neue Beleuchtungskonzept für die Schule. Ulrike Brandi Licht war außerdem für das Lichtdesign der von Herzog & de Meuron entworfenen und 2017 fertiggestellten Elbphilharmonie in Hamburg verantwortlich.
Wir möchten nicht behaupten, dass hier zum ersten Mal ein Beleuchtungsprojekt Eingang in einen Kriminalroman gefunden hat. Für uns ist es jedoch eine Premiere – und sicher kein alltägliches Ereignis.
Ein umfangreiches Projekt in wenigen Zeilen
Hinter der Formulierung von einer „Beleuchtungstechnik, die natürliches Tageslicht nachahmte“ steht eine umfassende Entwicklungsarbeit.
Die Sanierung umfasste rund 13.000 Quadratmeter bestehender Schulgebäude sowie einen neuen naturwissenschaftlichen Anbau von etwa 800 Quadratmetern. Der Gebäudekomplex vereint mehrere architektonische Epochen und steht innen wie außen unter Denkmalschutz. Die Integration der neuen Technik stellte daher besondere Anforderungen.
Gemeinsam mit Ulrike Brandi Licht entwickelte Okholm Lighting ein dynamisches Beleuchtungskonzept, das von den unterschiedlichen Qualitäten des Tageslichts ausgeht. Weiches, diffuses Himmelslicht wurde mit wärmerem, gerichtetem Licht kombiniert, das an Sonnenstrahlen erinnert. Direktes und indirektes Licht sowie die Aufhellung der Decken ließen sich getrennt steuern und an die jeweilige Raumfunktion und die Aktivitäten im Tagesverlauf anpassen.
Für die älteren Gebäudeteile wurden spezielle runde Pendelleuchten entwickelt, für die neueren Bereiche lineare Lösungen. Die linearen Leuchten wurden unter anderem an die denkmalgeschützten Dampa-Decken angepasst und in die Rockfon-Decken integriert. Selbst die Optik wurde eigens für das Projekt entwickelt, damit das gerichtete Licht deutlich wahrnehmbar bleibt, ohne störende Blendung oder eine unzureichende Gleichmäßigkeit zu verursachen. Mehr über das Projekt bei Okholm Lighting.
Die Beschreibung der Autorin ist stark verdichtet – trifft die Grundidee des Projekts aber bemerkenswert präzise.
Wenn Recherche zu Ortskenntnis wird
Der Hinweis auf die Duborg-Skolen ist für die Handlung nicht entscheidend. Es handelt sich nicht um Produktplatzierung, und Okholm Lighting wird nicht namentlich erwähnt. Gerade deshalb ist die Passage interessant. Sie ist enthalten, weil die Autorin die Schule, die Renovierung und den Schauplatz ihrer Handlung genau untersucht hat.
Die gleiche Sorgfalt prägt die Beschreibungen von Flensburg, der Flensburger Förde, Glücksburg und den Gebieten des südlichen Jütlands. Städte, Landschaften, Architektur und Materialien werden mit einer Vertrautheit geschildert, die bei Lesern, die das Grenzland kennen, ein besonderes Déjà-vu hervorruft.
Die Recherche umfasst auch die Geschichte der Region. In Mord i grænselandet führen die Spuren zurück zu den deutschen Flüchtlingen, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs nach Dänemark kamen, und zum großen Flüchtlingslager in Oksbøl.
Anette Hinrichs hat erzählt, dass ihre Arbeit an dem Buch eine neue Richtung nahm, nachdem sie von den mehr als 7.000 deutschen Flüchtlingskindern gelesen hatte, die in dänischen Lagern starben, und selbst die Gräber in Oksbøl besucht hatte. Diese Geschichte wurde anschließend zu einem wesentlichen Teil des Romanhintergrunds.
Die Verbindung zwischen der heutigen Kriminalgeschichte und den Spuren der Vergangenheit hebt das Buch über einen klassischen Krimiplot hinaus. Die Geschichte wird weder auf eine dänische noch auf eine deutsche Perspektive reduziert. Stattdessen zeigt sie, wie die Vergangenheit in Familien, lokalen Gemeinschaften und Beziehungen über die Grenze hinweg weiterlebt. Mit diesem Thema beschäftigt sich auch der Dokumentarfilm Hitlers tyske flygtninge i Danmark, der vier ehemalige Flüchtlingskinder mit Verbindung zum Lager Oksbøl begleitet. Informationen beim Dänischen Filminstitut.
Licht in einer kleinen, aber feinen Nebenrolle
Für Okholm Lighting ist die Erwähnung zunächst eine amüsante und ausgesprochen ungewöhnliche Sommergeschichte. Sie erinnert aber auch daran, dass ein gut integriertes Beleuchtungsprojekt Teil der Architektur und Geschichte eines Ortes wird.
Das Licht der Duborg-Skolen ist nicht die Hauptfigur des Romans. Das soll es auch nicht sein. Es erscheint vielmehr als selbstverständlicher und glaubwürdiger Bestandteil der Wirklichkeit, in der die Handlung spielt.
Vielleicht ist genau das die schönste Anerkennung: Die Beleuchtung ist so selbstverständlich in das Gebäude integriert, dass sie auch ihren natürlichen Platz in der Geschichte der Schule gefunden hat.
Das Zitat und die Erwähnung des Buches wurden von Gyldendal/Mette Bentholm genehmigt. Die Bücher sind im Cicero Verlag erschienen.
